DIE TANZSTUNDE

von Mark St. Germain, Deutsch von John Birke

Regie: Martin Woelffer, Bühne und Kostüm: Julia Hattstein, Choreographie: Annette Reckendorf,  mit Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen

Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen haben den Kudamm schon einige Male gerockt: zuerst in Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“. Mit Folke Brabands Inszenierung von „Eine Sommernacht“ spielten sie sich vollends in die Herzen des Publikums. Zuletzt flogen zwischen den beiden die Fetzen in Neil LaButes „Lieber schön“.

In Mark St. Germains Komödie „Die Tanzstunde“ spielen sie zwei Stadtneurotiker. Mommsen ist Ever Montgomery, ein Professor für Geowissenschaften, der unter dem Asperger-Syndrom, einer speziellen Form des Autismus leidet. Tanja Wedhorn spielt die Tänzerin Senga, die fürchtet, aufgrund einer Verletzung nie mehr tanzen zu können. Die beiden sind Nachbarn. Als er für eine Preisverleihung dringend tanzen lernen muss, klingelt er auf Empfehlung des Hausmeisters bei ihr und macht ihr, wie sie findet, ein unmoralisches Angebot: Er bietet ihr 2153 Dollar für eine Tanzstunde an. Es ist eine Mischung aus Neugier auf den seltsamen Nachbarn, der ihr unverblümt mitgeteilt hat, dass er Körperkontakt hasst, und Langeweile, die Senga dazu bewegt, Evers Angebot doch anzunehmen. Ganz langsam tastet sich das ungleiche Paar aneinander heran: Senga muss ihrem Nachbarn beibringen, dass Tanzen „keine Wasserfolter“ ist. Sie zeigt ihm, wie er seine Füße richtig bewegt und vor allen Dingen: sich locker zu machen. Sie hingegen muss lernen, mit seiner Direktheit umzugehen und erkennt im Laufe der Zeit, dass er sie und ihre Macken ziemlich gut durchschaut. Über den Verlauf von wenigen Wochen kommen die beiden Tanzpartner sich näher – vielleicht sogar näher, als ihnen gut tut.

Mark St. Germain hat eine sehr berührende Komödie über zwei Menschen geschrieben, die nur mühsam denselben Takt halten können. Ob sie einen gemeinsamen Groove finden?

Tanja Wedhorn machte ihre ersten Theatererfahrungen schon in der Schulzeit, bevor sie 1993 ihr Schauspielstudium an der Universität der Künste in Berlin aufnahm. Direkt nach Abschluss des Studiums erhielt sie ihr erstes Engagement am Thalia Theater in Hamburg. Anschließend ging sie als festes Ensemblemitglied an das Nationaltheater Mannheim. Dem Fernsehpublikum ist Tanja Wedhorn aus zahlreichen Filmen bekannt. Für ihre darstellerische Leistung wurde sie 2005 mit dem österreichischen Fernsehpreis „Romy“ ausgezeichnet. Als „Katharina Reiff“ in der Reihe „Reif(f) für die Insel“ überzeugte Tanja mit komödiantischem Talent als instinktsichere Detektivin wider Willen. In der aktuellen ARD-Reihe „Praxis mit Meerblick“ spielt sie die schlagfertige und charmante Ärztin ohne Doktortitel „Nora Kaminski“. In der Komödie am Kurfürstendamm war Tanja Wedhorn bisher in den erfolgreichen Zweipersonenstücken „Gut gegen Nord wind“ und „Eine Sommernacht“ zu sehen. Die Inszenierung „Eine Sommernacht“ wurde 2013 bei den Hamburger Privattheatertagen mit dem Monika Bleibtreu Preis ausgezeichnet.

Oliver Mommsen besuchte die Schauspielschule Maria Körber in Berlin. Es folgte eine intensive Zusammenarbeit mit dem Regisseur Stefan Bachmann und der Gruppe Theater Affekt, aus der sich unter anderem Engagements für die Züricher Festspiele, das Schauspielhaus in Wien und die Volksbühne Berlin (Prater) ergaben. 1995 war Oliver Mommsen erstmals an der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen: in dem Stück „Wochenend Komödie“ unter der Regie von Folke Braband. 2001 stand er als traumatisierter Ex-Soldat gemeinsam mit Laura Tonke für  „Junimond“ vor der Kamera und gab damit sein Kinodebüt. Im selben Jahr ermittelte er im B remer „Tatort“ erstmals als Kommissar Stedefreund an der Seite von Sabine Postel. Für die Folge „Scheherazade“ bekam er 2006 den Deutschen Fernsehkrimi-Preis. 2006 glänzte Oliver Mommsen in der ARD-Serie „Das Beste aus meinem Leben“ als Zeitungsjournalist Max Miller nach dem Vorbild des SZ-Magazin-Kolumnisten Axel Hacke. Im Fernsehen konnte er auch seine ernste Seite zeigen: 2009 war er in der RTL-Produktion „Westflug“, die einer wahren Geschichte nachempfunden wurde, und in dem Drama „Sie hat es verdient“ an der Seite von Veronica Ferres zu erleben. 2013 sah man ihn an der Seite von u. a. Christiane Hörbiger in „Stiller Abschied“ sowie in der Hauptrolle von „Komasaufen“ – beides Produktionen der ARD. In „Der offene Käfig“ spielte er 2014 den Bruder eines Sexualstraftäters, der wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. 2015 drehte er neben dem „Tatort“ einen „no budget“ Kinofilm: „Die Haut der Anderen“ unter der Regie von Thomas Stiller sowie den Fernsehfilm „Handwerker und andere Katastrophen“, gemeinsam mit Tanja Wedhorn. Mit ihr stand er auch für „Reif(f) für die Insel – Katharina und der große Schatz“ vor der Kamera. 2016 drehte er neben mehreren „Tatort“ -Filmen „Eltern allein zu Haus“ und 2017 den Sat.1-Fernsehfilm „Love is in the Air“ mit Jasmin Gerat. An der Komödie am Kurfürstendamm waren Oliver Mommsen und Tanja Wedhorn in den Zweipersonenstücken „Gut gegen Nordwind“ und „Eine Sommernacht“ zu sehen. Für diese Inszenierung wurden sie 2013 bei den Hamburger Privattheatertagen mit dem Monica Bleibtreu Preis ausgezeichnet. „Lieber schön“ ist nicht das erste Stück Neil LaButes, in dem Mommsen auftritt. 2012 übernahm er eine der Hauptrollen in dessen „Fettes Schwein“, ebenfalls unter der Regie von Folke Braband.

Komödie am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 209, 10719 Berlin

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