EPHRAIM-PALAIS

Die äußere Erscheinung Berlins zwischen „Spree-Athen“ und Metropole steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Museum Ephraim-Palais: Die Schönheit der großen Stadt lädt dazu ein, mithilfe der Kunst das oftmals hinter Schmutz und grauen Fassaden verborgene wahre Wesen Berlins zu entdecken. Anhand von 117 herausragenden Gemälden von Künstlerinnen und Künstlern aus Vergangenheit und Gegenwart macht sie dabei die urbanen und sozialen Strukturen der Stadt im Wandel der Zeiten sichtbar.

Auf drei Etagen sind Bilder aus unterschiedlichen Epochen vom Biedermeier bis heute zu sehen, darunter Arbeiten von Eduard Gaertner, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Lesser Ury, Jeanne Mammen, Barbara Quandt und Rainer Fetting – also auch Gemälde, die die Veränderung Berlins nach dem Mauerfall dokumentieren. Die hochkarätigen Werke, die überwiegend aus der reichhaltigen Sammlung des Stadtmuseums Berlin stammen, werden in 17 thematisch gegliederten Räumen präsentiert.

Der Ausstellungstitel ist einer Schrift des Philosophen, Architekten und Designers August Endell entlehnt, der unter anderem die Fassaden im 1. Hof der Hackeschen Höfe geschaffen hat. In dem 1908 erschienenen Band spricht er von einer durch Künstlerhand erschlossenen Sphäre, die über die bloße Erfassung der Äußerlichkeit hinausgeht. Sie singt ein Loblied auf die menschliche Vielfalt, der man in Berlin begegnet – einer Stadt, die Endell trotz aller Hässlichkeit als ein „Wunder an Schönheit und Poesie“ empfand.

So handelt Die Schönheit der großen Stadt von den Äußerlichkeiten Berlins und zugleich von der Eigenart der hier lebenden Menschen. Sie zeigt zudem Traditionslinien der Berliner Malerei am Beispiel „Stadtbild“ auf – nicht in chronologischer Abfolge oder einer Entwicklungsgeschichte, sondern typologisch – als Einladung, die verborgene Schönheit im Spiegel der Kunst zu entdecken. Bewusst wird dabei auf multimediales Beiwerk verzichtet: Die Ausstellung fordert dazu heraus, sich dem Wesen der Stadt allein mit den Augen des Betrachters zu nähern.
Ein vielfältiges Begleitprogramm bietet unter anderem inklusive Führungen, die es auch blinden und sehschwachen Menschen ermöglichen, die ausgestellten Bildwelten nachzuempfinden. Ein weiterer Höhepunkt sind Führungen durch die Ausstellung mit beteiligten Künstlern entlang historischer wie zeitgenössischer Gemälde.

Museum Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin   http://www.stadtmuseum.de/schoenheit

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Copyright für alle Bilder: Helena Salva-Janowitz,  jetset travelmagazin, Berlin
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