GELIEBTES PRAG

Für den Weltreisenden Alexander von Humboldt war Prag „eine der drei schönsten Städte der Welt“.
Beginnen Sie Ihren Rundgang am besten am Platz der Republik mit dem prächtigen  Repräsentantenhaus, einem wunderschönen Jugendstil-Gebäude, und dem Pulverturm aus dem Jahre 1575, der einen fantastischen Ausblick auf die Dächer der Stadt und den ehemaligen Königsweg (Celetna ulice) bietet. Dieser Weg führt direkt zum Hradschin, der Burg, vorbei an alten gotischen und romanischen Prachtbauten in der Celetna und dem Altstädter Ring.

Um einen besseren Überblick über den ganzen Platz zu bekommen, es ist ratsam, den Turm des Rathauses zu besteigen. Von hier gibt es eine atemberaubende Aussicht auf das große Jan Hus-Denkmal, die wunderschöne barocke St. Niklas Kirche neben dem Geburtshaus von Franz Kafka, das spätbarocke Kinsky-Palais, das alte Turmhaus „Zur steinernen Glocke“ und die mächtige gotische Teynkirche. Die weltberühmte Astronomische Uhr am Rathaus aus dem Jahre 1490 zieht Scharen von Besuchern an, da zu jeder vollen Stunde eine Parade von zwölf hölzernen Aposteln vorbei defiliert. Wenn anschließend der Tod die Glocke läutet und der Hahn kräht, wird es richtig gruselig. Der Weg führt weiter an dem Renaissancehaus „Zur Minute“ mit herrlichen Sgraffiti über den malerischen Kleinen Ring, in dessen Mitte ein wunderschöner Brunnen steht, vorbei am Rott-Haus mit außergewöhnlichen Fresken und dem prunkvollen Clam-Gallas-Palais, dessen Eingang Atlanten schmücken. Über das Kopfsteinpflaster der Karlsgasse gelangt man zum  in Barockstil erbauten Klementinum und dem Kreuzherrenplatz mit zwei imposanten Kirchen.

Von hier aus öffnet sich ein grandioses Panorama  auf die Karlsbrücke, eine der ältesten Steinbrücken Europas, und den Hradschin. Noch eine bessere Aussicht genießt man vom nur wenige Schritte entfernten Smetana-Kai mit einem großen Denkmal des berühmten Komponisten. Auf der Brücke, einem Wahrzeichen der Stadt, laufen die Verschlüsse unzähliger Kameras heiß. Mit ihren 30 Barock-Statuen und Statuengruppen ist die Brücke wohl eine der  meistfotografierten Motive in Prag. Dieser Ort ist auch ein beliebter Treffpunkt tschechischer Künstler und Souvenirverkäufer, deren Stände die Brücke das ganze Jahr über zu beiden Seiten säumen.
Über die Karlsbrücke und dessen Brückentürme ist der romantische Kleinseitner Ring mit vielen Barock- und Renaissancefassaden erreicht. Hier steht die wichtigste Kirche des Prager Hochbarock, „St. Niklas auf der Kleinen Seite“.  Die schmale Nerudova Gasse führt hinauf zum Hradschin. Links und rechts ist der Weg umrahmt von unzähligen urigen Kneipen, Bars und Restaurants.

Der Anblick der Prager Burg entschädigt für den beschwerlichen Aufstieg. Alles ist riesig im Burgviertel: Die drei Burghöfe, die Türme des imponierendes St. Veit Doms, die Bildergalerie, die Schatzkammer in der Heiligen-Kreuz-Kapelle und der Königspalast. Das „Goldene Gässchen“ ist ein weiterer Hit in der Prioritätenliste des Prager Sightseeing-Programms. Die winzigen bunten Häuschen der Zlata ulicka hatte Rudolf  II. seinen Alchimisten zugeteilt, die für ihn das Goldmachen erfinden sollten. Im Haus Nr. 22 lebte zwischen 1916 und 1917 der Schriftsteller Franz Kafka. Am schönsten ist die Burg jedoch am späten Abend in der magischen Beleuchtung der Straßenlaternen, wenn die Scharen von Touristen sich in ihre Hotels zurückgezogen haben und die Stille eingekehrt ist. Ganz in der Nähe befinden sich das Sternberg-Palais und das wunderschöne Loretta-Kloster mit der mit unzähligen Diamanten verzierten Monstranz des Lorettaschatzes sowie das Schwarzenberg-Palais. Zu empfehlen ist ein Abstecher zum Strahov-Kloster. Hier sind etwa 900.000 zum Teil sehr kostbare und in Leder gebundene Prachtstücke (Bücher, Handschriften und Landkarten)  aus der Anfangszeit der Buchmacherkunst zu bewundern.

Mindestens einen halben Tag sollten Sie für das jüdische Viertel („Josefov“) einplanen. Nicht weit vom Altstädter Ring entfernt liegt der Alte Jüdische Friedhof aus dem 15. Jahrhundert, einer der meist bekannten jüdischen Friedhöfe in Europa mit mehr als 12.000 Grabsteinen. Hier befindet sich auch die Tumba des berühmten Rabbi Löw, des Schöpfer des Golem, eines Riesen aus Lehm, der die Juden von  Pogromen beschützen sollte. Das Jüdische Museum und mehrere Synagogen sollten ebenfalls besichtigt werden.

Auch die Insel Kampa mit vielen Grünflächen und dem Museum Kampa, in dem europäische moderne Kunst präsentiert wird, ist sehenswert. Es ist eine Oase der Ruhe, nur wenige Schritte von der Karlsbrücke entfernt. Hier befindet sich auch die John-Lennon-Mauer, ein besonderer Anziehungspunkt für viele Besucher aus aller Welt.

Copyright für Text und Bild: Pavel Holan
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