MADEIRA

Die Turbulenzen des Landeanflugs werden entschädigt durch die grandiose Landschaft und den strahlendblauen Himmel. Madeira, die „Blumeninsel“, präsentiert sich in seiner vollen Schönheit. Schon die Fahrt zu unserem oberhalb von Funchal gelegenen Hotel ist ein Erlebnis. Quinta Jardins do Lago ist ein elegantes Luxusanwesen  mit eigenem botanischen Garten und einem kleinen See. Von hier aus bietet sich eine phantastische Aussicht. Da das Hotel  nicht weit von den wichtigsten historischen Highlights liegt, ist es als Ausgangspunkt für Entdeckungsstreifzüge durch die quirlige Hauptstadt der Insel mit unzähligen Parks, Herrenhäusern, Museen, Kirchen und Kapellen gerade ideal. Nach dem opulenten Frühstück wird zuerst Colombo begrüßt. Eine Schildkröte von den Galapagosinseln, die zu den beliebtesten Stammgästen des Hotels gehört und in der Anlage ihr eigenes Häuschen bewohnt.

Diesmal werden wir auf den Hotelshuttle verzichten, da wir die ersten Sehenswürdigkeiten auf dem Wege nach Funchal  besichtigen wollen. Bequemes Schuhwerk ist ein Muss, da die schmale Straße steil abwärts führt.

 

 

Convento de Santa Clara aus dem 15. Jh. gehört zum Franziskanerorden. Wunderschön sind die blau-weiß-gelben Fliesen (Azulejos), mit denen der Innenraum der Kirche verkleidet wurde. Sehenswert ist auch und der idyllische Kreuzgang. Gleich in der Nähe befindet sich das Herrenhaus Quinta das Cruzes, das heute als Museum für dekorative Künste und Möbel dient. Umgeben ist die Quinta von einem archäologischen Park mit uralten Bäumen und exotischen Pflanzen. Hier befindet sich auch ein kleines Café mit einer schönen Sicht auf Funchal. Über den Platz Praça do Infante mit einer Weltkugel und dem Denkmal von Heinrich dem Seefahrer gelangen wir zum hochgelegenen Parque de Santa Catarina mit vielen exotischen Blumen und einer barocken Kapelle, vor der sich eine Statue von Christoph Kolumbus befindet.
Eine Schar von Katzen wartet ungeduldig auf Leckereien. Entlang der Meerespromenade, vorbei an der mächtigen Festung aus dem15. Jh., erreicht man die Flaniermeile der Stadt. Hier befindet sich die Blandy´s Wine Lodge. Während einer Tour erfährt man alles Wissenswerte über den berühmten Madeirawein.

 

Eine der schönsten Kirchen der Insel ist zweifellos die Catedral do Funchal Sé, die 1508 eingeweiht und 1514 zur Kathedrale erhoben wurde. Sehenswert sind die prächtige Holzdecke mit Elfenbeineinlegearbeiten, das Chorgestühl und der Aufsatz des Hochaltars. Anschließend besichtigen wir das Museu de Arte Sacra mit einer wunderschönen Sammlung religiöser Kunst sowie eine Ausstellung flämischer Werke aus dem 15. und 16. Jh.
In der Altstadt, der Zona Velha, gibt es unzählige Restaurants, in denen man seinen Appetit  stillen kann.  Zu den Spezialitäten gehören Espetada em Pau de Lauro (Fleischspieß auf Lorbeerstock), Espada (Schwarzer Degenfisch), der oft mit Banane und einer Maracujasauce serviert wird und Bife de Atum a Madeirense (Tunfischsteak madeirensische Art). Getrunken wird gerne Poncha, bestehend aus weißem Rum, Zitronen- oder Orangensaft und Zucker. Doch  auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten.
Wer sich für die Geschichte und Kultur der Insel interessiert, sollte unbedingt das Madeira Story Centre Museum besuchen, um auf einer virtuellen Reise mehr über das Archipel zu erfahren.
Weitere sehr interessante Museen, wie das Museu de Art Contemporâna  mit einer beeindruckenden Dauerausstellung gegenwärtiger portugiesischer Kunst oder Museu de Photographia Vicentes warten auf uns. Das Museu CR7, das der berühmte Fußballspieler Cristiano Ronaldo auf eigene Kosten bauen ließ, ist nur für ganz große Fans dieser Sportart interessant.

 

Ein Besuch von Mercado dos Lavradores mit unzähligen Ständen und einem riesigen Angebot an Blumen, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch steht schon obligatorisch auf dem Tagesprogramm. Der Eingang zur Markthalle ist verziert mit schönen Kacheln. Blumenfrauen in traditionellen Trachten bieten lautsstark ihre Ware an. Die Halle wirkt eher nüchtern.

 

 

Die älteste Straße von Funchal, die Rua de Santa Maria, gehört zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Viele bekannte portugiesische Künstler  haben im Sommer 2011 die Haustüren von fast 200 Gebäuden  mit farbenfrohen Gemälden verziert.

 

 

 

Am Ende der Gasse befindet sich das Fort Săo Tiago, in dem das Museu de Arte Contemporănea (das Museum für zeitgenössische Kunst) integriert ist. Nur ein paar Schritte weiter lädt die Mutterkirche Santa Maria zu einer Besichtigung ein.

 

 

Für die Umgebung von Funchal sollten Sie viel Zeit einplanen. Zu den Highlights zählt der  Botanische Garten mit einem herrlichen Blick auf die Stadt. Rund 2.500 Pflanzen sowie ein Papageienpark und ein kleines Museum sind zu bewundern.
Mit den Cable Cars gelangen Sie zu der nächsten Touristenattraktion. Der Monte Palace Tropical Garden, der sich auf dem Hügel von Monte befindet, bietet eine Palette an exotischen Pflanzen und Blumen sowie auch Kleintieren. Ein ausgedehnter Spaziergang durch diese Oase der Ruhe gehört zu den schönsten Erlebnissen unserer Reise. Die barocke Wallfahrtskirche Igreja  de Nossa Senhora do Monte aus dem 19. Jh. ist über 68 Stufen erreichbar und sollte unbedingt besichtigt werden. Für viele Touristen ist die Fahrt von Monte nach Funchal mit dem Korbschlitten, dem Tobogann, ein riesiger Spaß. Mit einem rasanten Tempo flitzen die Schlitten hinunter ohne Rücksicht auf Verluste.
Heute ist ein Ausflug in das Landesinnere angesagt. Die Fahrt durch die steile und kurvige Straße in das Nonnental ist abenteuerlich. Das Tal wurde früher von Hirten und Nomaden bevölkert. Ende des 15. Jh. gehörte das Land den Nonnen. Hauptprodukt dieser fruchtbaren Region sind Kastanien, die zu Kastanienkuchen, Kastaniensuppe (gewöhnungsbedürftig)  und Kastanienlikör verarbeitet werden.

 

Den vorletzten Tag verbringen wir in Santana, berühmt für seine strohbedeckten, häufig rot gestrichenen Bauernhäuschen, die zum Wahrzeichen von Madeira geworden sind.

Die wunder-volle Woche auf Madeira war leider viel zu kurz – doch der nächste Urlaub kommt bestimmt! 


Copyright Text und Bilder: Helena und Joachim Salva,  jetset travelmagazin, Berlin
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