Mein Schiff 2

Das Schiff ist das Ziel, als wir nach einem kurzen sechsstündigen Flug am frühen Morgen in Dubai landen. Mit der „Mein Schiff 2“ hatten wir eine Reise „Dubai und Orient“ gebucht, die zu einem der schönsten Erlebnisse unserer bisherigen Kreuzfahrtabenteuer zählen wird

 

Hafen und Schiff sind noch in ein trübes Halbdunkel gehüllt, als wir unsere „Außenkabine mit Balkon“ betreten. Kurze Zeit später werden wir mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt. Der Blick über die Hafenanlagen zu den Wolkenkratzern Dubais ist phantastisch. Bis zum Auslaufen am nächsten Tag ist nicht einmal genügend Zeit, um all die Informationen zu studieren, die auf dem Schreibtisch liegen. Mit immerhin 956 Passagierkabinen gehört „Mein Schiff 2“  gottlob nicht zu den Riesenpötten, auf denen man sich gegenseitig auf die Füße tritt. Für das leibliche Wohl sorgen 8 Restaurants und Bistros sowie 8 Bars. Hört sich schon recht gut an. Ein kuscheliges „Sweet Home“ vermitteln alle Kabinenkategorien. Natürlich fehlen weder das Flachbild-TV, ein Safe noch eine Mini-Bar.  Eine kabineneigene Nespresso-Maschine sorgt für einen ausgezeichneten Kaffee.  Ein außergewöhnliches Vergnügen ist es, in der „größten finnischen Sauna auf allen Weltmeeren“ seinen heimatlichen Stress abzubauen, indem man durch ein Panoramafenster direkt auf das azurblaue Meer schaut. Fitnesszentrum, Bibliothek, diverse Aufenthaltsräume, SPA-Bereich und ein Theater sind schon obligatorisch für moderne Kreuzfahrtschiffe. Die klugen „Mein Schiff 2-Organisatoren“ haben auch eine Reihe gut durchdachter Ausflugsprogramme anzubieten, mit denen sie ihre „Sehleute“  unterhalten. Die Angebote für Dubai, Muscat, Abu Dhabi und Bahrain sind vielseitig, sorgfältig recherchiert und bieten jedem seine auf den Leib geschneiderte Erlebnistour. Ob  Moscheen-Gucken in Abu Dhabi, ob Bike-Touren im Dubai Creek oder Shoppen im Gold-Souk, ob Baden und Delphine beobachten oder mit dem Jeep in die Bergwelt von Oman. Und selbst für „Stubenhocker“ gibt es am Bord Unterhaltung fast rund um die Uhr.

 

 

Der Ausblick von Deck unseres Schiffes während der Einfahrt in den Hafen von Muscat ist beeindruckend. Erster Landausflug in die orientalische Idylle einer Stadt mit 800.000 Einwohnern. Ein unwirkliches Panorama bietet sich uns. Blanke asphaltierte breite Straßen, begrenzt von Villen, Hochhäusern, Parkanlagen und Blumenbeeten. Wo sind die Menschen, fragt man sich unwillkürlich, denn auf den  Gehwegen begegnet man ihnen nur selten. Dagegen ist ein Riesen-Trouble auf den von Luxuslimousinen überfüllten Straßen zu verzeichnen. Wir haben die Tour „Geheimnisvolles Muscat“ gebucht. Erste Stopp und Besichtigung der größten und schönsten Moschee des Landes, der Grand Mosque, die sich schon von weitem durch eine riesige Kuppel und fünf hohe Minarette ankündigt. Es ist ein Geschenk des Sultans Qaboos an sein Volk. Ein gigantischer Bau mit einem Fassungsvermögen von  15.000 Gläubigen. Sie ist die einzige Moschee im Land, die auch von Nichtgläubigen betreten werden darf. Durch einen großen mit Marmor gefliesten Hof gelangt man in den Innenraum, der mit dem größten Teppich der Welt ausgestattet ist und dessen reich dekorierte Decken und Wände alle Erwartungen übertreffen. Wir haben erfreulicherweise genug Zeit, um all die prachtvollen Eindrücke abzulichten. Ein zweiter Fotostopp am Al Alam-Palast. Es ist der Regierungssitz des Landes. Eine weitläufige Anlage, die leider  nur flüchtig von außen besichtigt werden darf. Der hübsche Souk von Muttrah hat leider wenig Atmosphäre. Doch für den Kauf von Andenken für die Daheimgebliebenen gibt es eine Menge bunter Souvenirs. Weitere interessante Ausflüge wie „Ein Spaziergang durch Muscat“, „Delphine beobachten“, “ Katamaranfahrt im Arabischen Meer“,  „Bootsfahrt mit einer traditionellen Dhau“, „Muscat auf dem Fahrradsattel“ und „Zum Fischmarkt von Barkha“ stehen zur Auswahl.

Wieder an Bord war können wir am Abend eine hervorragende Bühnenshow genießen. Nach einem exotischen Cocktail an der Bar lullt uns dann das leise Schnurren der Schiffsmotoren in einen erquickenden Schlaf. Erst am nächsten Tag gegen 19 Uhr ankern wir in Abu Dhabi.

Das Emirat Abu Dhabi ist zugleich die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.  Sage und schreibe: 18 verschiedene Themenausflüge stehen hier zur Auswahl. Von einer „Panoramafahrt“ über „Abu Dhabi zu Land und zu Wasser“ bis zur „Jeepsafari in der Wüste von Al Khatim“ und einem Helikopterflug über die reichste und sauberste Stadt der Emirate.

Während der Exkursion können wir die meisten Attraktionen leider nur durch das Busfenster bewundern. Wie in einer utopischen Vision fliegen an uns die Superlativen vorbei: Hochbaustraßen, Wolkenkratzer bis zum Himmelsansatz, Autoschlangen wie in Manhattan und dann wieder Stille und Halsverrenken beim Anblick einer der größten – und mit 715 Millionen Dollar – auch der teuersten Moscheen der Welt. Halbedelsteine, Swarowski-Kronleuchter, der größte handgeknüpfte Teppich der Welt, an dem 1200 Frauen gewerkelt haben, schmücken diesen pompösen Bau. Dann zum Manarat al Saadiyat, dem Kulturzentrum der Stadt und zum Freilicht-Museum auf Breakwater Island. Seine wenigen, nicht einmal attraktiven Exponate werden von mehreren Gruppen japanischer Besucher, die sich gegenseitig fotografieren,  umlagert. Ein letzter Blick gilt dem berühmten Luxushotel Emirates Palace mit insgesamt 114 Kuppeln und einer Gesamtfläche von ca. 243.000 m².  Ein kurzer Spaziergang an der Corniche und der Nachmittag ist vorbei.

Zurück auf dem Schiff. Mit einem herzhaften Appetit auf „Ausgefallenes“ versuchen wir die Namen der Restaurants zu entschlüsseln. Da ist das  „Atlantik“, in dem wir bereits gestern köstlich speisten, dann das Buffet-Restaurant „Anckelmannplatz“, das Fischrestaurant „Gosch Sylt“, das „Bistro La Vela“, das „Cliff 24 Grill“, das „Steaskhouse Surf & Turf“, das „Richards- Feines Essen“ und die „Blaue Welt Bar Sushi“. Kulinaria lässt grüßen. Wer bei diesen Angeboten keinen Mut zur Mäßigung zeigt, sollte sogleich die „Weight Watchers“ alarmieren. Eine weitere Falle für alle guten Vorsätze des vergangenen Jahres ist die Anzahl der Bars an Bord. Man wähle zwischen der „Schau Bar“, der „“Außenalster Bar“, der „Unschlag Bar“, der „Wein & Wahrheit Vinothek“. und der „ TUI Bar“, „Blaue Welt Bar“, „Unverzicht Bar“ und „Überschau Bar“.  Doch last but not least könnte man seine Drinks auch bei einem Tänzchen in der „Himmel & Meer Lounge“ verkosten. Das nenne ich dann „maritime Gemütlichkeit“, die so ungefähr um Mitternacht endet. Wieder einmal wiegen uns das monotone Summen der Schiffsmotoren und das leise Plätschern der Wellen, die sanft die Bordwand streicheln, in einen traumreichen Schlaf.

Manama, die Hauptstadt Bahrains, ist eine quirlige moderne Metropole mit Hochhäusern, internationalen Banken und Shoppingmeilen. Hier gibt es kaum Historie. Unübersehbar die 70 m hohen Minarette sowie die mächtige Kuppel der Ahmed-al-Fateh-Moschee, der größten des Landes, mit Platz für 7.000 Gläubige. Im Nationalmuseum wird hautnah die Geschichte des Landes dokumentiert. Beeindruckend ist das zum Schutz vor portugiesischer Eroberung erbaute Fort Bahrain, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auto-Sport-Fans haben ganz sicher eine Besichtigung der Formel-1-Rennstrecke gebucht, die durch Aufsehen erregende internationale Rennen weltbekannt wurde. Für uns ist der Besuch des Souks von Manama eine Enttäuschung, da er für Liebhaber orientalischen Flairs viel zu  modern angelegt ist.

Dubai ist das kosmopolitischste Emirat. Hier wühlt „man“ in Geld und Gold. Atemberaubend ist die fast futuristische Architektur mit dutzenden von himmelstürmenden Wolkenkratzern. Hier rollt Rubel und Dollar  in atemberaubenden Rhythmen, hier machen Immobilien-Anleger sagenhafte Geschäfte. Die Shopping-Malls bieten das Teuerste vom Teuren an. Dubai macht Furore in der internationalen Finanzwelt mit seinem pompösen Standort für weltumspannende Transaktionen. Dank fehlender Zölle sind die Preise für Luxusgüter so preiswert wie nirgends auf der Welt. Wir müssen uns entschließen für eine Panorama-Stadtrundfahrt durch das moderne Dubai oder die Stadt mit einem Wasserflugzeug aus der Vogelperspektive zu erkunden, zu einer Jeep-Tour in die Wüste oder in das Nachbar-Emirat Sharja oder den Nachmittag im Burj Al Arab, dem luxuriösesten Hotel der Welt zu verbringen. Doch wir genießen lieber die spektakuläre Aussicht Dubais  von der Seeseite aus in einem traditionellen Holzboot. Zur vorgerückten Stunde und mit einer hübschen Henna-Bemalung landen wir dann an Bord der jetzt schon heimischen „Mein Schiff 2“. Bereits kurz nach Mitternacht scheucht uns der Telefon-Buhmann  ziemlich unsanft aus den Betten. Abreise!

Ehrlich: Diese „Schnuppertour“ hat sogar noch unsere recht positiven Erwartungen übertroffen. Die Organisation an Bord wie die Durchführung aller Ausflüge sowie die Betreuung bei der An- und Abreise vom und zum Flughafen waren perfekt.  Kein Wunder, dass wir bereits die neuen Kataloge der „TUI Cruises“ studieren.


Weitere Informationen unter www.tuicruises.com
Reiseliteratur: DuMont Reise-Handbuch Arabische Halbinsel www.dumontreise.de
Copyright für Text und Bilder: Jürgen Talbot

 

 

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