Mein Schiff 4

Eine Kreuzfahrt ist nicht unbedingt das AHA-Erlebnis für Weltentdecker –
aber für Wiederholer oder als Inspiration für den nächsten Urlaub gibt es kaum eine schönere Alternative. Mit „Mein Schiff“ waren wir bereits mehrmals unterwegs. Das Einchecken ist wie immer flott organisiert. Das Gepäck steht bereits vor der Kabine, und wir können  uns endlich von der langen Anreise erholen.
Der erste Seetag ist wie geschaffen zum Verwöhnen des Körpers und der Seele; Zuerst eine herrliche Ganzkörpermassage, der ein Saunabesuch in dem riesigen Wellnessbereich folgt und danach ein Konzert im Klanghaus, der ersten kammermusikalischen Philharmonie auf See weltweit. Was für ein Genuss dank der hervorragenden Akustik! Es wird langsam Zeit, auch die kulinarische Seite des Schiffes zu entdecken. Gar nicht so einfach; es gibt insgesamt 11 Restaurants und Bistros – das Angebot ist einfach überwältigend. Wer unsicher ist, sollte an einem geführten Gourmet-Rundgang samt Kostproben teilnehmen, um die vielen Restaurants besser kennen zu lernen. Den Abend lassen wir an dem Spiegel-Bar-Tresen in der Diamanten Bar ausklingen (von den 13 Bars und Lounges wohl die spektakulärste, eingebettet in einem gläsernen Bereich).

Um 8:00 Uhr früh erreichen wir Agadir. Die Besichtigung beginnt mit einer Panoramafahrt. Da Agadir 1960 durch das große Erdbeben fast vollständig zerstört wurde, bekam die Stadt durch zahlreiche Neubauten allerdings ein völlig anderes Bild, das uns sehr enttäuscht. Es blieben nur wenige Überreste, darunter die Kasbah mit einem wunderschönen Ausblick über den Hafen und die Küste. Über die breiten Boulevards mit mannigfaltiger Vegetation führt der Weg zu Talborjt, der bekanntesten Moschee der Stadt, die wir leider nur vom außen betrachten dürfen.

Nicht weit vom Stadtzentrum die originalgetreu nachgebaute Altstadt, die Medina Polizzi, genannt nach dem Architekten und Besitzer dieses Objekts, Coco Polizzi. Märchenhaft, verträumt, aber ohne Atmosphäre, ein Abklatsch beinahe wie im Disneyland. Es fehlen die Einheimischen, die Farben und Gerüche, eine Medina für Touristen, in der Souvenirverkäufer erfolglos versuchen, ihre Waren anzubieten. Auch die Strandpromenade mit vielen Restaurants, Shops und Straßenhändlern bietet kaum Anreize.
Am späten Nachmittag bleibt noch genügend Zeit, ein paar Runden in dem 25 m langen Außenpool auf dem Deck 12 zu drehen, bevor wir uns in „die Schale werfen“. Heute Abend ist ein Theaterbesuch angesagt. Das Ensemble besteht aus Profis. Alle Shows und Theaterstücke werden übrigens in Berlin einstudiert, dem Standort von TUI Cruises. Gute Qualität ist garantiert.
Am nächsten Morgen genießen wir auf unserem Balkon zuerst einen herrlichen Espresso aus der  kabineneigenen Nespresso-Maschine. Vor uns liegen 225 nautische Meilen, bevor wir Arrecife, die Hauptsstadt von Lanzarote, erreichen. In der Café Lounge erwarten uns ein vielfältiges Frühstücksangebot à la carte, viele Kaffeespezialitäten und die leckersten Kreationen aus der hauseigenen Pralinekollektion. Schon das Ambiente mit den alten Röstmaschinen aus Messing und die kleine Bibliothek laden zum längeren Verweilen ein.
Lanzarote, geprägt durch ihre bizarre Vulkanlandschaft, ist eine eigenwillige Schönheit Kilometerlange unterirdische Lavahöhlen und 300 Vulkankegel gehören zu den vielen Sehenswürdigkeiten. Kein anderer hat diese Insel so geprägt, wie César Manrique, ein spanischer Architekt, Maler und Bildhauer. Schon deswegen sollte sich jeder Besucher genügend Zeit nehmen, um die spektakuläre Welt dieses Künstlers zu entdecken.

Der Kakteengarten Jardin de Cactus erinnert an ein Amphitheater aus Lavagestein. Rund 10.000 Pflanzen, davon 1.400 Arten, wurden hier eingepflanzt, aufgelockert durch riesige Figuren aus fester Vulkanasche. Auch ein pittoresker Teich und eine alte, liebevoll restaurierte Gofio-Mühle sowie das kleine Garten- Restaurant mit Manriques Wandmalereien sind Highlights für Fotografen.

Zu den weiteren Höhepunkten des Ausfluges gehört die „Fundación César Manrique“,
die im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers untergebracht ist. Eine gelungene Kombination aus moderner Architektur und typischer Inselbauweise. In den unterirdischen fünf großen Lavablasen, die durch einen Tunnel verbunden sind und früher als Wohnräume dienten, befindet sich heute das Museum der „Stiftung César Manrique“. Skizzen, Skulpturen und Bilder des Künstlers sowie die Arbeiten von Picasso und Miró, neben einer Sammlung moderner kanarischer Kunst, sind zu bewundern.

Eines der interessantesten Gebäude auf der Insel ist das in den 1970er Jahren von Manrique für den Schauspieler Omar-Sharif entworfene Haus. Es wird erzählt, dass der Schauspieler kurz nach Fertigstellung sein Anwesen beim Pokerspiel verloren hat. Die Casa Omas Sharif ist ein Komplex, bestehend aus Höhlen und Felsgärten sowie dem bekannten Museo Lagomar.

Teneriffa, die größte der kanarischen Inseln, mit vielen Ausflugsmöglichkeiten
Ein Paradies für Wanderer ist das Anaga- und Tenogebirge sowie der Nationalpark mit Pico de Teide, dem höchsten Berg Spaniens. Gute Fotoobjekte sind in La Orotava mit malerischen Gassen und Häusern mit verzierten Holzbalkonen oder in der ehemaligen Hauptstadt La Laguna und Garachico mit vielen historischen Gebäuden zu entdecken. Aber auch Santa Cruz, die Hauptstadt, hat jede Menge zu bieten. Am besten flanieren Sie über die Plaza de España mit dem Monumento de los Caídos, dem Denkmal für die Gefallenen, und dem Cabildo Insular, dem Sitz der Inselregierung, bis zur Calle Castillo, einer bekannten Einkaufsstraße. Besuchen Sie unbedingt das Mercado de Nuestra Señora de África mit seinem typischen mediterranen Flair. Vielleicht bleibt noch Zeit für das Museo de la Naturaleza y el Hombre mit der Kunst der Guanchen, der Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Es ist das bedeutendste Museum der Kanaren. Auch die „grüne Lunge“ der Stadt, der Parque Garcia Sanabria, lädt zum Verweilen ein. Umsäumt ist diese Oase der Ruhe von herrlichen Häusern im Kolonialstil. Wunderschön: die Kirche Iglesia Nuestra Señora de Concepción, deren Turm früher zur Beobachtung ankommende Schiffe diente. Eines der Wahrzeichen der Insel ist die im avantgardistischen Design erbaute Kongress- und Konzerthalle Auditorio de Tenerife.

La Gomera gehört zu den kleinsten Inseln der Kanaren: unberührte Natur und paradiesische Landschaften
Los Roques, die bizarre Felsformation, der Garajonay- Nationalpark mit seinem riesigen durch Nebel umhüllten Lorbeerwald, das Valle Gran Rey, bestückt mit unzähligen Palmen – das sind nur einige wenige Höhenpunkte dieser Insel. Auch die einmalige Pfeifsprache „El Silbo“, die von der Unesco als Weltkulturerbe unter Schutz gestellt wurde, gehört zu den Highlights.
San Sebastián, die Inselhauptstadt, ist bequem zu Fuß zu entdecken. An der Meerespromenade in der Nähe von Plaza de Las Américas ein Fußbodenmosaik, an dem die Abfahrt der Kolumbusflotte 1492 nach Amerika abgebildet ist. Die Calle Real ist eine Prachtstraße mit vielen schönen restaurierten Häusern und Palästen. Sehenswert: die Iglesia de la Asunción, der  wichtigste Sakralbau der Insel. Zum Schluss sollten Sie noch durch die verwinkelten Gassen zum Torre del Conde, der letzten noch erhaltenen Wehranlage, bummeln.
Heute heißt es Abschied nehmen. Noch einmal genießen wir unser Frühstück in der Backstube im Anckelmannsplatz, einem Buffet-Restaurant, mit frischgebackenem Brot und Brötchen und schmieden Pläne für den nächsten Urlaub – natürlich wieder mit „Mein Schiff“.

Weitere Informationen unter www.tuicruises.com


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