Museum für Gegenwart

Ein Projekt von Antje Majewski mit Agnieszka Brzeżańska & Ewa Ciepielewska, Carolina Caycedo, Pawet Freisler, Olivier Guesselé-Garai, Tamás Kaszás, Paulo Nazareth, Guarani-Kaiowa & Luciana de Oliveira, Issa Samb, Xu Tan, Hervé Yamguen

Der letzte große wilde Fluss Europas, die ungarischen Wälder, ein Hof in Dakar, der brasilianische Cerrado, eine Brache in Berlin-Wedding, ein Fluss in Kolumbien, ein Dorf in Kamerun, ein Apfelgarten in Schweden und heilige Bäume in der chinesischen Provinz. Das sind die Schauplätze der Ausstellung „How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions“. Die kollaborativ und transdisziplinär arbeitende Künstlerin Ant­je Majewski hat Kolleginnen und Kollegen aus Brasilien, China, Frank­reich, Kolumbien, Kamerun, Polen, dem Senegal und Ungarn eingeladen, sich auf poetische Weise mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen Menschen und anderen Lebewesen auseinanderzusetzen. Diese Interak­tionen sind Thema der Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

 

Das Projekt und sein Titel entwickelten sich aus einem Gespräch zwi­schen Antje Majewski und dem senegalesischen Maler, Bildhauer, Per­formancekünstler, Dramatiker und Dichter Issa Samb (1945-2017) unter den Bäumen seines Hofs in Dakar. Es war der Beginn von Begegnungen, Reisen und Gesprächen zwischen Majewski und den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern. Paulo Nazareth, Luciana Oliveira und Antje Majewski kamen während der ersten „lndigenous World Garnes“ inmitten des brasilianischen Cerrado zusammen, einem vormals indigenen, von der Monokultur zerstörten Territorium. Agnieszka Brzeżańska und Ewa Ciepielewska luden Majewski und Guesselé-Garai zu ihrem Bootprojekt „Flow“ auf der Weichsel ein, einen der letzten wilden Flüsse Europas; in Kamerun erfuhren Majewski und Guesselé-Garai, wie Hervé Yamguens die Traditionen seines Dorfes wiederaufnahm. In Südchina sprachen sie gemeinsam mit Xu Tan mit Bewohnerinnen und Bewohnern ländlicher Gebiete, die in der Landwirtschaft tätig sind, über Bodennutzung, oder über deren vielschichtigen Beziehungen zu Bäumen. Tamás Kaszás bau­te im Garten von Majewski Vogelhäuser und eine Jurte, die nach der Aus­stellung wieder für ihre praktischen Zwecke genutzt werden. Und die meisten Künstlerinnen und Künstler trafen sich 2017 bei einem Workshop in Himmelpfort, zu dem Majewski einlud und wo die ersten gemeinsamen Ideen ausgetauscht wurden.

„How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions“ nimmt die Interaktionen von Künstlerinnen mit bedrohten Orten, Gemeinschaften und Lebenswelten zum Ausgangspunkt. Die gezeigten Arbeiten konzent­rieren sich auf konkrete Orte, die zerstört oder verändert wurden oder ernsthaft gefährdet sind – durch kapitalistische oder kolonialistische Ein­griffe oder andere durch Menschen verursachte Schäden. Videoarbeiten, raumgreifende Installationen, Skulpturen, Manifeste, Gedichte, Fotogra­fien, Zeichnungen und Gemälde zeigen empfindliche sozial-ökologische Systeme, von denen Menschen immer ein Teil sind.

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin,  Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Sa + So 11 -18 Uhr

Copyright für alle Bilder: Helena Salva-Janowitz,  jetset travelmagazin, Berlin
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