PENSION SCHÖLLER

Posse von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, Bearbeitung von Jürgen Wölffer
Regie: Jürgen Wölffer, Bühne: Rolf Läßig, Kostüm: Gerhard Kropp
mit Winfried Glatzeder, Achim Wolff, Manon Straché, Gisbert-Peter Terhorst, Herbert Köfer, Jürgen Wölffer, Christine Schild, Victoria Sturm und Oliver Betke

Es gibt Inszenierungen, die verlieren nie ihren Reiz. 1997 inszenierte und bearbeitete Jürgen Wölffer „Pension Schöller“ und hat „sein Personal durchgreifend erneuert“ wie eine große Berliner Tageszeitung damals anmerkte. Viel Lob bekamen sowohl er als auch die Darsteller für die Produktion. Das Publikum strömte in Scharen an den Kurfürstendamm, um die „Soiree der Verrückten“ bei Schöller zu erleben. Über 1000 Mal wurde die Inszenierung seitdem gespielt: neben Berlin in Hamburg, Dresden sowie an Tourneespielorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

2017 feiert Wölffers Regiearbeit ihr 20-jähriges Jubiläum: Grund genug, den Klassiker noch einmal ins Programm zu nehmen.

 

Von der ursprünglichen Besetzung sind Achim Wolff, Winfried Glatzeder und Herbert Köfer immer noch dabei. Wehmütig denkt Regisseur Jürgen Wölffer, der seit einigen Jahren in der Rolle des Majors agiert, an die mittlerweile verstorbenen Kollegen der Urbesetzung zurück: „Friedrich Schönfelder konnte wunderschön zackig sein, während Elisabeth Wiedemanns Auftritt geradezu elfenhaft war“, erinnert er sich und fährt fort: „Edith Hancke übernahm später deren Rolle und spielte sie mit Grandezza.“

 

Großgrundbesitzer Philipp Klapproth aus Kyritz an der Knatter reist nach Berlin, um eine ganz neue Erfahrung zu machen: Sein sehnlichster Wunsch ist es, einmal die Insassen einer Irrenanstalt hautnah zu erleben. Damit möchte er seine Stammtischbrüder beeindrucken. Deswegen bittet er seinen Neffen Alfred, ihm diesen Herzenswunsch zu erfüllen. Dieser ist zwar sehr bemüht – schließlich winkt als Gegenleistung vom reichen Onkel eine stattliche Geldsumme – und heckt mit Freundin Franziska folgenden Plan aus: In der Pension Schöller, die ihrem Vater gehört, finden regelmäßig Gesellschaftsabende statt. Warum einen solchen Abend nicht als „Soiree der Verrückten“ ausgeben? Gesagt, getan. Alfred nimmt seinen Onkel zum Gesellschaftsabend der Pensionsgäste mit. Und die haben es in sich: Eugen Schöller, angehender Schauspielschüler, hat einen L-Fehler und sinniert über Othenno. Der Major ist zickig und zackig, die Autorin ist verschroben-liebenswürdig. Der Großwildjäger braucht neues Löwenfutter. Der Wirt behauptet, er sei ein Klavier. Als Philipp Klapproth die ganze Sache zu bunt wird, zieht er sich wieder zurück auf sein Landgut. Aber die Idylle währt nicht lange. Die Pensionsgäste, die Klapproth immer noch für Verrückte hält, tauchen wieder auf. Und plötzlich scheint ihm auch seine Schwester Ida nicht mehr ganz bei Trost zu sein, denn mancher der vorgeblich Irren wäre ihr als Mann lieber als gar keiner. Kein Wunder, dass Philipp Klapproth kurz vor dem Herzinfarkt steht. Da kann man nur sagen: Was sind „Kneist, Nessing oder Schinner“ gegen diese tonnen Ronnen?

 

Die Uraufführung von „Pension Schöller“ fand am 7. Oktober 1890 in Berlin statt. Der Stoff wurde dreimal verfilmt (1930, 1952 und 1960), u. a. mit Theo Lingen in der Hauptrolle.
Die Idee zum Stück stammt von Wilhelm Jacoby. Der Sohn eines Verlagbuchhändlers arbeitete als Redakteur und verfasste in seiner Freizeit eine Fülle von Schwänken, Possen und Operntexten. Obwohl Jacoby nur die Idee zu dem Stück beisteuerte und keinen einzigen Satz davon geschrieben hat, überließ Autor Carl Laufs ihm stets die Hälfte der Tantiemen.

Theater am Kurfürstendamm, Kurfürstendamm 206, 10719 Berlin

http://www.theater-am-kurfuerstendamm.de/


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