PERGAMON

Am 17. November 2018 eröffnete gegenüber dem Bode-Museum das temporäre Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ mit einem einzigartigen Ausstellungsprojekt: „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadgar Asisi“ präsentiert nach mehrjähriger Entwicklung Highlights aus den Beständen der Antikensammlung sowie ein  vollständig überarbeitetes Panorama von Künstler Yadegar Asisi.

Die immersive Bildwirkung des Asisi-Panoramas ergibt in Verbindung mit 80 antiken Skulpturen sowie neuen, multimedialen Visualisierungen des Pergamonaltars durch das Studio asisi in der rund 2.000qm großen Ausstellungsinszenierung ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept, um das Erscheinungsbild der antiken Metropole Pergamon nacherlebbar zu machen. Dazu ist seit Februar 2017 gegenüber dem Bode-Museum das temporäre Ausstellungsgebäude „Pergamonmuseum. Das Panorama“ entstanden – nach einer städtebaulichen Ideenskizze von Yadegar Asisi und Entwürfen der spreeformat architekten GmbH. Die Realisierung des Bauprojekts erfolgte durch die Interimsbau Pergamonmuseum Realisierungsgesellschaft mbH, einem Unternehmen der Wolff Gruppe Stuttgart/Essen. Das Gebäude soll bis 2024 für das Ausstellungsprojekt genutzt werden.

„PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ wird mit ermöglicht durch die großzügige finanzielle Förderung der Adolf Würth GmbH & Co.KG.

Das Panorama führt die Besucherinnen und Besucher zurück in das Jahr 129 n. Chr. und zeigt ihnen die antike Stadt Pergamon an der kleinasiatischen Westküste. Yadegar Asisi rekonstruiert den Zustand der Stadt in der hohen römischen Kaiserzeit unter der Regierung des Kaisers Hadrian (117-138 n. Chr.). Eingebettet in die Terrassen der Akropolis auf dem 300m hohen Burgberg fügen sich monumentale Bauwerke, darunter mehrere Tempel und ein riesiges Theater in die bergige Landschaft ein. Die Bildinhalte des ersten Pergamon-Panoramas sind umfassend überarbeitet worden mit dem Ziel, das Leben verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in der antiken Stadt noch eindrücklicher herauszuarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Antikensammlung wurden etwa 40 neue Szenen konzipiert und in das Bild eingefügt. Dazu fand zuletzt im Oktober 2017 ein aufwändiges Fotoshooting in einem Berliner Filmstudio statt. Wie bei einer Filmproduktion war ein großes Team für die Kostüme, Requisiten und das Maskenbild verantwortlich: Aufnahmeleiter, Beleuchter sowie Panoramafotografen waren beteiligt, um die bis zu 40 kostümierten Komparsen unter der Regie von Yadegar Asisi und auf der Grundlage eines detaillierten Storyboards verschiedenste Szenen nachstellen zu lassen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Darstellung der Dionysien, Festspielen zu Ehren des Gottes Dionysos, die auch im antiken Pergamon stattfanden. Zudem wurden verschiedene Opferszenen auf dem Vorplatz des Großen Altares inszeniert. Auf diese Weise stellt das überarbeitete Panorama einen noch stärkeren Bezug zum Alltagsleben im antiken Pergamon her. Zudem werden Korrekturen an einzelnen Bauten und der Topographie des Burgberges vorgenommen, die den neuesten Forschungsstand der Antikensammlung und der Pergamon-Grabung des Deutschen Archäologischen Instituts widerspiegeln.

Für die vom Studio asisi gestaltete Ausstellung mit etwa 80 der wichtigsten Werke der Antikensammlung aus Pergamon – darunter der größte Teil des Telephos-Frieses vom Pergamonaltar – wurden aufwändige Restaurierungen der Originale durchgeführt. Dies gilt vor allem für die großen Frauenstatuen von der Altarterrasse und die Skulpturen vom Dach des Großen Altares. Mit Ausnahme der an das Metropolitan Museum of Art entliehenen Statue der Athena Parthenos aus der Bibliothek von Pergamon sind alle berühmten Bildwerke der Stadt wie der sog. „Schöne Kopf“, das kolossale Haupt des Herakles, die Porträts der Könige, die Tänzerin aus dem Palast, die Prometheus-Gruppe oder die Kreuzband-Athena zu sehen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung besteht in der Verbindung der Skulpturen aus Pergamon mit dem Panorama – noch deutlicher als 2011 greifen Originale und künstlerische Umsetzung im Panorama ineinander.

Verschiedene Installationen bieten den Besuchern künstlerische Interpretationen zum besseren Verständnis des Gezeigten. Wesentliche Elemente sind dabei neu geschaffene Zeichnungen von Yadegar Asisi, die sich mit den Skulpturen, der Architektur und der Stadtanlage Pergamons auseinandersetzen. Hinzu kommen virtuelle Visualisierungen wie etwa die 13 x 7m große Videoprojektion des Pergamonaltars und eine 12 x 9m große Lichtinstallation, die den Telephos-Fries des Altares eindrucksvoll in Szene setzt. Diese Installation simuliert die sich im Laufe des Tages ständig verändernde natürliche Beleuchtung der Skulpturen auf der Akropolis von Pergamon. Die schon in der Antike für ihre besondere Qualität berühmten pergamenischen Skulpturen, die neu gestalteten digitalen Animationen des Pergamonaltars sowie die immersive Bildwirkung des Asisi-Panoramas fügen sich zu einem einzigartigen und zukunftsweisenden Gesamtkonzept. Das originale Erscheinungsbild der antiken Metropole Pergamon wird so auf fast 2.000qm eindrucksvoll nacherlebbar.

Die Zusammenarbeit der Antikensammlung mit Yadegar Asisi wird mit „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“ ein Gesamtkunstwerk entstehen lassen, das die Ergebnisse langjähriger archäologischer und bauhistorischer Forschungen mit der Arbeit eines zeitgenössischen Künstlers zu einer Gesamtheit verdichtet, die wie schon 2011/12 zahllose Besucher in ihren Bann ziehen wird. Damals hatten rund 1,5 Millionen Menschen die Ausstellung besucht. Die Gesamtpräsentation der Skulpturen aus dem Pergamonmuseum mit dem Asisi-Panorama ermöglicht ein Ausstellungserlebnis, das an der antiken Lebenswelt teilhaben lässt. Nicht zuletzt ist hier der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen baulichen Kontext auf der Akropolis zu erleben.

Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben 2, 10117 Berlin, Öffnungszeiten: Mo – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr  http://www.smb.museum/pmp

Copyright für alle Bilder: Helena Salva-Janowitz,  jetset travelmagazin, Berlin
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