PERGAMONMUSEUM

Die Fotoausstellung im Pergamonmuseum zeigt die beeindruckend vielfältige Architekturtradition des Jemen mit Aufnahmen von Weltkulturerbestätten, die heute als bedroht gelten.

Architektur gehört zu den spektakulärsten kulturellen Errungenschaften des Jemen. Lange vor dem sagenhaften Reich der Königin von Saba entwickelte sich im Einklang mit den landschaftlichen Gegebenheiten und klimatischen Herausforderungen eine atemberaubende Vielfalt traditioneller Baustile. Ihre Markenzeichen sind mächtige Festungen, Turmhäuser und auf Bergspitzen gelegene Dörfer, verbunden durch schwindelerregende Pfade. Generationen von hochspezialisierten Maurern, Tischlern und anderen Handwerkern errichteten mit ausgeklügelten Techniken und lokal verfügbaren Materialien einzigartige Bauensembles. Allein „mit Augenmaß“ gebaut rufen ihre Dimensionen und perfekten Proportionen bis heute Staunen und Bewunderung hervor.
Die Ausstellung zeigt Beispiele dieses beeindruckenden Kulturerbes. Zugleich weist sie auf die Bedrohung durch den seit 2015 im Land anhaltenden Bürgerkrieg hin. Neben der menschlichen Tragödie sind herausragende archäologische Fundstätten, Museen und historische Monumente betroffen. Die drei UNESCO-Weltkulturerbestätten des Jemen – die Altstädte von Shibam, Sana’a und Zabid – sind heute als bedroht eingestuft, zahlreiche andere Orte sind schwer beschädigt. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung und ohne den Schutz der internationalen Gemeinschaft geht dieses Kulturerbe unwiederbringlich verloren.

Trevor Marchand, Architekt und Anthropologe, hat die Bauwerke während seiner Lehrzeit bei jemenitischen Minarett-Baumeistern zwischen 1990 und 1998 fotografiert. Die Aufnahmen zeigen die Architektur im Dialog mit der Landschaft, vom Roten Meer über das Hochland und die Wüste bis zum Indischen Ozean und Wadi Hadramaut. Sie werden ergänzt durch historische Aufnahmen aus der Zeit um 1900.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband im Gingko Verlag mit Beiträgen zu den verschiedenen Aspekten dieses Kulturerbes. Ein Teil des Erlöses geht an UNHCR Yemen. Die Ausstellung wird unterstützt durch den Gingko Verlag, die SOAS-University of London, das London Middle East Institute, MBI Al Jaber und die Freunde des Museums für Islamische Kunst.

Museumsinsel Berlin, Pergamonmuseum, Bodestraße, 10178 Berlin  http://www.smb.museum

Copyright für alle Bilder: Helena Salva-Janowitz,  jetset travelmagazin, Berlin
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